Umstrittene Empfehlung des Bundesverband Automatenunternehmer (BA)

Auf der Infoveranstaltung des Hessischen Münzautomaten-Verbandes in Butzbach Ende Oktober sprach der Verband völlig unerwartet eine ausdrückliche Empfehlung für das Zutrittskontrollsystem eines Geldspielgeräteherstellers aus. Der Name „BA Network“ mit dem offiziellen BA-Logo und jegliche auf dem Produktflyer fehlenden Hinweise auf den Hersteller suggerierten, es handele sich um ein verbandseigenes Zutrittskontrollsystem.

Die Empfehlung des Verbandes, von dem man eigentlich Neutralität erwarten müsste,  sowie dessen Kooperation mit einem einzigen Hersteller sind umso unverständlicher, als es neben playID noch andere Anbieter von Zutrittskontrollsystemen gibt, die ihre Lösungen in Butzbach ausgestellt hatten und die allesamt die erforderlichen Zutrittskontrollen und Spielersperrüberprüfungen anbieten; für playID kann festgehalten werden, dass dies in Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen und Datenschutzbestimmungen erfolgt.

Diese unvermittelte Kehrtwendung in der Verbandsstrategie, die – wie wir Allgäuer sagen – „ein Geschmäckle hat“, muss aufhorchen lassen, hatte doch der BA in den letzten Monaten die Entwicklung einer eigenen BA-Spielerdatenbank vorangetrieben und diese immer als „die“ vertrauenswürdige und für Aufstellunternehmen politisch überlebenswichtige Lösung im Konkurrenzkampf mit Industrie- und Großaufstellern propagiert. Zitat aus einem BA-Rundschreiben vom 20.06.13 zur BA-Spielerdatenbank:

„[…] Gleichzeitig ist die BA-Spielerdatenbank ein neutrales, vertrauenswürdiges Medium, das – anders als die Lotto-Datenbank des staatlichen Mitbewerbers – Kundendaten dort lässt, wo sie hingehören – bei der Aufstellervertretung. RA Wollenhaupt [HMV-Vorsitzender und BA-Vor-stand/Schatzmeister] beschreibt die politische Dimension dieses Angebots so: „Wer in Zukunft die Infrastruktur für Zutrittskontrollen und Spielersperren stellt und eine Vielzahl von Spielern repräsentiert, wird politisches Gewicht haben und mitreden!“

(Zitat Ende).

Offenbar will der BA jetzt doch kein politisches Gewicht mehr haben und mitreden. Schließlich hat er entgegen der ursprünglichen Überzeugung nun kein Problem mehr damit, dass die Kundendaten nicht in den Händen der Aufstellervertretung landen, sondern im System eines Anbieters, der den BA-Mitgliedsunternehmen mit seinen eigenen Großspielhallen Konkurrenz macht. Noch im Frühjahr hatte der BA auf seiner Strategiesitzung für sich selbst definiert, wer seiner Meinung nach keine Sperrsystemlösung betreiben dürfe, um Interessenskonflikte zu vermeiden: Geldspielgerätehersteller, Vernetzungsanbieter und überregionale Aufstellunternehmen wurden hier ausdrücklich genannt.

Wie übrigens vom Vorsitzenden des rheinland-pfälzischen BA-Landesverbandes zu hören war, wurde die Empfehlung für das System bzw. die Verwendung des BA-Logos nicht mit den einzelnen BA-Landesverbänden abgestimmt. Diese hatten sich im Frühjahr unisono für die eigene BA-Spielerdatenbank ausgesprochen.

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